Keine Zeit zum Duschen, Schlafen oder in Ruhe zu Essen. Wer kleine Kinder hat, kennt nicht nur die Hochs, sondern auch die Tiefs, die es nur in frisch gebackene Familien gibt. Trotz Baby-Glück gehört ein bisschen Wahnsinn ab sofort zum Alltag. Ganz besonders dann, wenn die Eltern kaum Unterstützung durch ihre Familie haben, so wie Nicole Klöters in Frankfurt. Wir haben sie 2020 besucht.
Ihre Tochter Yael schreit häufig die Nacht durch und lässt ihr nicht mal Zeit zum Duschen. Ganz normale Dinge werden für Nicole plötzlich Luxus: „Also zum Teil ist halt mein Mann abends nach Hause gekommen und ich habe ihm total entnervt das Kind in die Hand gedrückt und gesagt: Ich muss was essen!“ Ehemann und Hebamme bemerken, wie Nicole immer mehr abnimmt und die Situation ihr in zunehmendem Maße über den Kopf wächst.
Manchmal reicht schon jemand, der zwei Stunden mit dem Baby spazieren geht.
Julia Henke
Wenn nach der Geburt Unterstützung fehlt, wird der Alltag für viele Familien schnell zur Belastung. Und genau das, will das Programm verhindern: „wellcome schenkt Familien das, was heute oft fehlt: ein unterstützendes Dorf“, sagt Julia Henke vom Evangelischen Familienzentrum Höchst.
Die Unterstützung soll niedrigschwellig sein und Müttern eben helfen, bevor aus Belastung Überforderung wird. Die wellcome-Engel gehen zum Beispiel mit dem Baby spazieren, spielen mit Geschwisterkindern oder schaffen Freiräume, damit sich Mütter ausruhen oder wichtige Termine wahrnehmen können. „Aus kleinen Gesten wird wertvolle Entlastung“, sagt Julia Henke.