„Asche zu Asche“. Susanne Schramm wirft mit der Schaufel eine kleine Menge Erde in das Loch vor ihr. „Staub zu Staub“. Die Pfarrerin geht ein, zwei Schritte weiter und beugt sich über das nächste Urnengrab auf dem Ludwigshafener Hauptfriedhof.
Zehn Menschen beerdigt Schramm an diesem Tag innerhalb weniger Minuten. Je eine Gerbera liegt neben einem der zehn Löcher, bringt etwas Farbe in die nackte, geharkte Erde. Irgendwann soll sie mit Rasen bepflanzt sein.
Gleichzeitig beginnt die Suche nach Verwandten. Die müssten in solch einem Fall nämlich für eine Bestattung aufkommen. Ansonsten bleibt die Stadt Ludwigshafen auf den Kosten sitzen.
Mit 3.200 Euro schlägt die günstigste Variante zu Buche. Grundsätzlich ist hier ein Urnengrab vorgesehen. Schließlich kann dann bis zur Beisetzung mehr Zeit verstreichen.
Egal wie das Urteil ausfällt: In jedem Fall informiert der Friedhof Angehörige, versucht herauszufinden, wer Interesse hätte, an der Beerdigung teilzunehmen. Immer wieder sei es dennoch vorgekommen, dass Friedhofsmitarbeitende alleine mit der Urne am Grab gestanden hätten. „Bedrückend“ schildert es Friedhofsmitarbeiter Ralf Mendel.
„Viele erzählen mir hinterher, wenn die Bestattung rum ist, ihre eigene Lebensgeschichte", sagt Schramm später. Manchmal habe sie das Gefühl, dass dabei auch ein Stück Rechtfertigung mitschwinge: Wie das kam, dass der- oder diejenige so ganz alleine starb. „Das sind wirklich ziemlich viele Lebensgeschichten mit Brüchen.“ Noch eines der Bilder, die Schramm in ihrer Trauerfeier verwendet.