Gebärende berichten von Damm- oder Kaiserschnitten ohne medizinische Notwendigkeit, davon, dass sie mit Schmerzen alleine gelassen wurden und von Respektlosigkeit. Sie erzählen von langwierigen, schmerzhaften Untersuchungen, über die sie vorab niemand informiert hat. Die Elterninitiative „Gewaltfreie Geburtshilfe“ will über Gewalt in der Geburtshilfe aufklären.
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Anja Müller (Name von der Redaktion geändert) hat zwei kleine Kinder und zweimal hat sie während der Geburt Gewalt erfahren, wie sie gegenüber indeon.de sagt. Gehofft habe sie jeweils auf „eine natürlich Geburt“, weil es vorab keine Komplikationen gab. In der Klinik sei sie dann aber „in eine Maschinerie geraten“.
Anja Müller fühlte sich im Mai 2021 gut vorbereitet, als sie zur Geburt in der Klinik ankam, sagte sie. Sie hatte in der Geburtsvorbereitung gelernt, dass sie Wehen auch im Stehen begegnen kann. Eine Hebamme im Krankenhaus lehnte das ab. Der Kopf sitze nicht fest im Becken, sie müsse liegen, habe sie ihr gesagt. Eine zweite Hebamme habe das anders gesehen, sich aber nicht durchsetzen können. Die Auseinandersetzung zwischen den Geburtshelferinnen war für die werdende Mutter sehr unangenehm.
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„Häufig geht es um Respektlosigkeit und fehlende Kommunikation“, sagt Saskia Riemer von der Elterninitiative „Gewaltfreie Geburtshilfe“. Die Gebärende werde unter der Geburt als nicht zurechnungsfähig gesehen, immer wieder spreche und entscheide das Personal über ihren Kopf hinweg.
Bei fast 90 Prozent aller Geburten wird interveniert, sagt Saskia Riemer. Medizinisch sei das oft nicht notwendig.
Anja Müller hat nach der ersten Geburt aufgearbeitet, was ihr passiert ist. „Im Vertrauen darauf, dass es auch anders geht“, ist sie zur zweiten Geburt in das gleiche Krankenhaus gegangen.
Doch auch dieses Mal sei ihr im Kreißsaal gesagt worden, dass sie beim Pressen nicht stehen dürfe, weil die Hebamme „keine Lust“ habe, „jemanden vom Boden aufzuheben“. Und sie traf auf eine Ärztin, die nicht mit ihr sprach. „Ich wurde in eine Geburtsposition gepresst, die sich nicht gut für mich angefühlt hat, und schließlich sind sie auf mich drauf gestiegen, um die Geburt zu beschleunigen.“
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„Immer wieder werden auch die Rechte von Frau und Kind gegeneinander ausgespielt“, sagt die Diplom Psychologin Claudia Watzel. Sie arbeitet seit Jahren zu dem Thema und berät betroffene Gebärende in einem Berliner Stadtteilzentrum.
Wenn Gebärende einer Intervention nicht zustimmen, werde ihnen gesagt, dass dann ihr Kind stirbt. „Gewalt hinterlässt Spuren bei den Frauen und in den Familien“, betont Claudia Watzel.
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Oft spielten die Gebärenden auch herunter, was ihnen passiert sei und gäben sich selbst die Schuld, wenn sie sich nicht über ihr Kind freuen könnten.
Mütter haben keine Lobby
Lea Beck-Hiestermann
Sie kritisiert, dass es zu diesem Thema auch keine großen Studien gebe.