Gesellschaft

Pfadfinder stärken Selbstwert und Gemeinschaft

Charlotte und Jonas sitzen im gemütlichen Podcaststudio und lächeln in die Kamera.
Emily Nowak
Jonas Höchst sagt: Eine gute Tat am Tag kann auch das tägliche Sammeln von einem Stück Müll sein.

Was machen christliche Pfadfinder eigentlich genau und warum ist das Halstuch so wichtig? Das erklärt Pfadfinder Jonas im Podcast „echt gefragt“.

Jonas erzählt mir in unserem Gespräch, dass es in seinem Leben schon immer um Anerkennung ging – sie war und ist ihm unglaublich wichtig. Bei den Pfadfindern hat er diese Anerkennung gefunden, und zwar ohne bewertet zu werden oder Leistungsdruck. Hier weiß er, dass er angenommen ist, egal wie es ihm gerade geht.

Seine Mutter hat ihn im Alter von acht Jahren zu den Pfadfindern geschickt. Erst war das für ihn „ein bisschen doof“, sagt er im Podcast „echt gefragt - der Talk mit Lotte“. Doch das ändert sich schnell: Er findet Anschluss und die Spiele gefallen ihm. Schmunzelnd sagt er: „Pfadfinden ist ein absolutes Nerd-Hobby.“

Warum das Pfadfinder-Halstuch mehr als ein Stück Stoff ist

Als Jonas zum Podcast-Termin kommt, trägt er sein Halstuch, das schon etwas mitgenommen aussieht. Schnell wird klar: Dieses Halstuch ist wertvoll. Nicht nur, weil es viel erlebt hat, sondern auch, weil es traditionell verliehen wird. Denn bei den christlichen Pfadfindern bekennt man sich nach ein paar Jahren zur Gruppe und gibt ein Pfadfinder-Versprechen ab

Im Vertrauen auf Gottes Hilfe will ich mit euch Pfadfinder*in sein und mich bemühen, mit euch nach unseren Pfadfinderregeln zu leben.“

Verband Christlicher Pfadfinder*innen

Erst danach bekommen sie ihr Halstuch verliehen. Im Podcast erklärt Jonas die genauen Hintergründe und auch, warum es schon sein zweites Halstuch ist. Hör gerne rein.

Wie Pfadfinden den Selbstwert stärkt

Jonas sagt, er ist durch das Pfadfinden aufgeblüht. Ihm wurde dort früh Vertrauen für Kleinigkeiten geschenkt. Beispiele für solche Aufgaben: das Lesen einer Karte während einer Autofahrt oder das Besorgen von Nudeln für alle Kinder.

Gleichzeitig würde Kindern echte Verantwortung zugetraut. Jonas erinnert sich an ein Zeltlager, bei dem er als Zehnjähriger gemeinsam mit einem Freund das Lagerfeuer bewachen sollte. Solche Erlebnisse haben ihn wachsen lassen und auch seinen Selbstwert gestärkt. 

Im Podcast „echt gefagt“ betont er immer wieder das gemeinsame Formulieren von Regeln. Dieses Mitreden-Dürfen habe ihm besonders gutgetan. Die Werte, die er bei den Pfadfindern gelernt hat, prägen ihn bis heute -  auch in seinem Start-up, das er leitet.

So durchlaufen Kinder beim Pfadfinden mehrere Stationen: es geht vom spielerischen Regeln-Lernen bis hin zu leitenden Aufgaben, die schon ab dem Alter von 14 Jahren beginnen. Heute arbeitet Jonas tatsächlich in einer leitenden Funktion und hat das erste Wissen dazu schon als Jugendlicher gelernt.

Wie stehst du zum Pfadfinden?

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Für Jonas sind Zeltlager auch heute noch ein Ort der Ruhe. Sonst sei er im Alltag immer sehr aktiv und komme schwer zur Ruhe, sagt er. Im Zelt mit Freunden, nach einer anstrengenden Wanderung würde er diese aber finden und sich sehr wohl und geborgen fühlen. 

Momente, in denen ich die Natur und Schöpfung wahrnehmen kann, sind ganz toll.

Hier wird deutlich, wie wertvoll das Pfadfinden für Jonas ist und wie sehr es ihn erdet. Außerdem hat er über die Gemeinschaft auch seine große Liebe gefunden. Das Paar lebt in der Nähe von Marburg, ist seit kurzem verheiratet und plant in 2026 eine große Pfadfinder-Hochzeit. 

Die Pfadfinderinnen und Pfadfinder wünschen sich traditionell „Gut Pfad!“ zum Abschied. Ein Wunsch für einen guten Weg, sichere Lager und gemeinschaftliches Gelingen. Wie bei Jonas und seiner Gemeinschaft - es geht zwar um den eigenen Weg, aber auch darum, ihn nicht allein zu gehen